07.09.2012 / Feuilleton / Seite 13

Vintage très chique

»Ich hab’ ein Herz aus Gold, vielleicht, aus Silber auf jeden Fall«: Die Heiterkeit aus Hamburg sind mehr als eine Schülerinnenband mit zynischen Texten

Sophie Leubner
»Die wahre Freude ist eine ernste Sache« – das wußte schon Seneca der Jüngere zu Beginn unserer Zeitrechnung. Heute ist mit drei jungen Frauen alias Die Heiterkeit, entgegen der vom Namen geweckten Erwartungen gar nicht mal so gut Kirschen essen. Die drei Damen aus Hamburg und ihr Debüt »Herz aus Gold« haben was von einem Second-Hand-Laden, und das nicht nur, weil ihr Sound Erinnerungen an die gute alte Hamburger Schule ins Gedächtnis schrammelt; meist ist es dunkel in diesen Geschäften, alte Stoffe sind empfindlich, ein wenig muffig riecht es auch und trotzdem wird Gebrauchtes gern getragen. Das nennt sich heute aber Vintage und ist très chique.

Die Heiterkeit ist schwarzhumorig, ironisch und ein bißchen gelangweilt. Hinter der rauchigen Marlene-Dietrich-Stimme, die teilweise einzigartige Zeilen raunt, steckt Gitarristin und Sängerin Stella Sommer, unterstützt durch Backings von Bassistin Rabea Erradi (Tarnnamen!). Das gekonnt holprige Rhythmus-Fu...

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