04.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

Ausreden

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge
Die leider verschwundene Randgruppenkorrespondentin Lilli Brandt berichtete einmal von zwei Berliner Polizisten, die sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten mußten. Ein von ihnen am Bahnhof Zoo verhafteter Taschendieb war zusammengebrochen und gestorben. »Einer der Polizisten meinte zu mir: ›Leider konnten wir das Unglück nicht verhindern, weil niemand darauf vorbereitet war. Und solche Leute erfinden gerne irgendwelche Ausreden, nur um schnell wieder frei zu kommen‹.«

Wenig später schrieb Lilli Brandt über eine gerade pensionierte Bibliothekarin der Freien Universität, in dem es ebenfalls um Ausreden ging – an der Buchausleihe-Stelle: »Die rufen nach der dritten Mahnung bei mir an oder kommen persönlich zur Ausleihe und verlangen eine Verlängerung der Bücher. Nach Überprüfung ihres Benutzerkontos sage ich ihnen: ›Aber Sie haben schon eine Mahnung.‹ Darauf der Kunde: ›Bei mir ist nichts ang...

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