22.08.2012 / Antifa / Seite 15

Zurück zu Hindenburg

Bizarrer Streit in Münster: Initiative will Schloßplatz wieder Namen von Kriegstreiber geben. Bürgerentscheid am 16. September

Gerrit Hoekman
Paul von Hindenburg. Im Ersten Weltkrieg war er der treu ergebene Feldmarschall seiner Majestät. Später als Reichspräsident ein Totengräber der Weimarer Republik und Steigbügelhalter für Adolf Hitler und seine Nazibande. Kein Mann also, der dringend gewürdigt werden müßte. Eher einer zum Vergessen. Das dachte sich auch der Stadtrat von Münster in Westfalen und benannte im März mit überwältigender Mehrheit den zentralen Hindenburgplatz, eine der größten Freiflächen in Europa, in Schloßplatz um: »Hindenburg steht persönlich und unmittelbar im Verhängnis historischer Entscheidungen, die zu unermeßlichem Leid und Elend geführt haben.« Dagegen sprach sich nur die CDU-Fraktion aus.

Mit dem Ratsbeschluß sollte das ewige Thema Hindenburg endlich vom Tisch sein, dachten alle, doch weit gefehlt: Die Lokalpolitiker gaben damit den Startschuß für eine peinlich Provinzposse, die inzwischen sogar kriminelle Züge annimmt. In Windeseile sammelte eine Initiative »Pro Hin...

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