20.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Schwindel aller Art

Wiglaf Droste
Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muß in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden«, verlangte erst vor drei Wochen der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Eine Moskauer Richterin kam dem Begehren zügig nach. Pussy Riot hätten mit ihrem Kurzauftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale die »Gefühle der Gläubigen beleidigt«, behauptete sie und verhängte zwei Jahre Arbeitslager für jede der drei Frauen. Dem deutschen Erzbischof, der todernst nach einem »Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle« ruft, kann das nur gefallen. So sehr sich die religiösen Konkurrenzunternehmen auch gegenseitig beharken, haben sie doch ein gemeinsames Interesse: den Schutz ihres weltweiten Handels mit religiösem Schwindel, also staatliche und juristische Protektion von...

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