20.08.2012 / Ausland / Seite 8

»Die Gesundheitsstudien wurden einfach eingestellt«

Uranabbau in Kanada: Minenunternehmen und Regierung ignorierten Krebsrisiko für Bergleute. Ein Gespräch mit Gordon Edwards

Wolfgang Pomrehn
Gordon Edwards ist der Vorsitzende der Canadian Coalition for Nuclear Responsibility (Kanadisches Bündnis für Nukleare Verantwortung)

Uranbergbau hat in Kanada eine lange Tradition. Wie fing alles an?

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Fast zeitgleich mit dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei entdeckten Wissenschaftler und Politiker, daß aus Uran mächtige Bomben konstruiert werden können. Nur hatte Deutschland im Erzgebirge nun den alleinigen Zugriff auf die einzigen bis dahin bekannten Uranvorkommen. Das brachte die britische und amerikanische Regierung, die über den Bau einer Atombombe nachdachten, auf die Idee, ein altes Bergwerk in den Nordwest-Territories am Polarkreis zu reaktivieren. Dort war in den 1930ern Radium abgebaut worden. Das entsteht – über Zwischenprodukte – durch natürlichen Zerfall von Uran 238. Im Erz sind also immer beide Elemente enthalten.

Das Uran für die ersten Bomben kam also aus Kanada?

Ja. Die Premiermin...

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