18.08.2012 / Wochenendbeilage / Seite 7 (Beilage)

Über Sprache (1)

Reinhard Jellen
»Die Sprache, in ihrem wirklichen Wesen aufgefaßt, ist etwas beständig und in jedem Augenblicke Vorübergehendes. Selbst ihre Erhaltung durch die Schrift ist immer nur eine unvollständige, mumienartige Aufbewahrung, die es doch erst wieder bedarf, daß man dabei den lebendigen Vortrag zu versinnlichen sucht. (…) Sie ist (…) die sich ewig wiederholende Arbeit des Geistes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedankens fähig zu machen.« (Wilhelm von Humboldt, Schriften zur Sprache, Stuttgart 2000, S. 36) In der Evolution prägen sich dem Homo sapiens aufgrund seines langen rein triebhaft-unbewußten Verhaltens der Umwelt gegenüber seine Verhaltsweisen als Erfahrungen in sein sich entwickelndes Bewußtsein ein. Bei diesem Prozeß ist die Sprache von zentraler Bedeutung. Denn die Fähigkeit zur Bewußtwerdung über das die Praxis reflektierende Denken hängt wesentlich von der Fähigkeit ab, zu Dingen und Sachverhalten Begriffe bilden zu können. Das Wort wird als Denkwerkzeug in ...

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