18.08.2012 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal: Antiserbischer Mythos

Werner Pirker
»Das Pokern haben sie gelernt«, kommentiert Norbert Mappus-Niedeck im Freitag den Amtsantritt der neuen serbischen Regierung. Der Ton könnte verächtlicher nicht sein. Es ist der Ton des Kolonialverwalters, der seine »Schlawiner« kennt, bzw. zu kennen meint. Und ihnen zu verstehen gibt, daß alles Tricksen vergeblich ist. »Die Geister aus der Vergangenheit, könnte man meinen, sind alle wieder versammelt«, ist der vorgebliche Balkanexperte um Gänsehautstimmung bemüht: »Der neue serbische Premier Ivica Dacic war einst Slobodan Milosevics Regierungssprecher, der neue Präsident Tomislav Nikolic zur gleichen Zeit stellvertretender Ministerpräsident. Wenn Nikolic seinerzeit an seinem Chef etwas auszusetzen hatte, dann höchstens, daß er nicht klar genug für ein großes Serbien eintrat.« Mappus-Niedeck sollte eigentlich wissen, daß Slobodan Milosevic zu keinem Zeitpunkt, weder klar noch unklar, als Fürsprecher des großserbischen Chauvinismus aufgetreten ist. Das muß...

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