16.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Generation im Arsch

Wie wir wurden, was wir waren: Madsen donnern gegen den Zahn der Zeit

Sophie Leubner
Nein, nicht das verflixte dritte Album, sogar schon das fünfte! Es ist für viele Musiker äußerst anstrengend, mit der Zeit gehen, sich weiterentwickeln ohne an Originalität und Wiedererkennungswert einzubüßen, die Fans nicht mit Wiederholungen zu langweilen, mit Technikspielereien zu überfordern oder durch heftige Genrewechsel zu enttäuschen. Beim Versuch, da hinterher zu kommen, kann man schon in der Bedeutungslosigkeit versinken. Für Madsen hieß die Lösung des Problems, auf den Fortschritt zu pfeifen und statt dessen lieber ein paar Schritte zurück zu gehen, dorthin, »Wo es beginnt«. So lautet der Titel ihrer neuen Studioarbeit, die sich zu den Wurzeln der vier Wendländer begibt und mit Liedern aus dem Bauch heraus aufwartet; da wird wie mit dem Preßlufthammer auf den Zahn der Zeit gedonnert.

Die Gebrüder Madsen (nimm drei plus Bassist Nico Maurer) produzierten das komplette Album selbst. Der Vorgänger, »Labyrinth« (2010), kam mit poppigen ...

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