15.08.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

»In den Kliniken fehlt es an allem«

Mehr Kranke, weniger Geld. Dem griechischen Gesundheitswesen werden Mittel gekürzt, gespart wird dadurch dennoch wenig. Ein Gespräch mit Antonis Karavas

Heike Schrader, Athen
Antonis Karavas ist Arzt im öffentlichen Gesundheitssystem Griechenlands Von den mit den Gläubiger Griechenlands ausgehandelten Austeritätsmaßnahmen ist auch das Gesundheitswesen betroffen. Wie ist die Situation dort? Die Krise läßt die Zahl der Kranken wachsen. Depressionen, Selbstmordgefährdung, Drogenkonsum haben zugenommen. Aber auch bei körperlichen Krankheiten ist es schlimmer geworden. Griechenland hat keine Struktur für eine grundlegende Gesundheitsfürsorge. Viele Vorsorgeuntersuchungen z.B. werden von der Kasse nicht übernommen. Mit der Krise hat sich die finanzielle Situation für viele Griechen drastisch verschlechtert, mit der Konsequenz, daß man erst dann zum Arzt geht, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist. Und statt daß diese Menschen mit staatlichen Strukturen unterstützt und geschützt werden, werden die Aufwendungen im Gesundheitswesen ständig gesenkt. Wie sieht die Situation im Krankenhaus konkret aus? Es fehlt an allem, weil die Zulieferer nicht bezahlt w...

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