15.08.2012 / Antifa / Seite 15

Halbherzige Ehrung

Ohne Selbstkritik: Jüdische Gemeinde erinnerte in Buenos Aires an Lothar Hermann

Gaby Weber
Eigentlich hatte sich Liliana Hermann von diesem 13. August vieles versprochen. In Buenos Aires wollte die DAIA – die jüdische Gemeinde – endlich ihren Großonkel Lothar Hermann mit allen Zeremonien ehren. Schließlich hatte er 1957 dem Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Fritz Bauer den Wohnort von Adolf Eichmann, der unbehelligt in seiner Nachbarschaft lebte, mitgeteilt. Das war drei Jahre vor der Verhaftung des Kriegsverbrechers. Liliana hatte gehofft, daß die DAIA– unter dem Motto: besser spät als nie – jetzt dem Antifaschisten alle Ehren erweisen würde.

Lothar Hermann ist 1901 im hessichen Quirnbach geboren. 1935 ging er der Gestapo ins Netz und landete wegen »Spionageverdachts« und Devisenschmuggel im KZ Dachau. Er und drei Geschwister konnten fliehen, der Rest der Familie wurde in Auschwitz und Buchenwald ermordet.

Liliana hat jahrelang hartnäckig das Drama ihres Großonkels rekonstruiert. Sie ist dabei auf eine »Aneinander...



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