13.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Musik zur Unzeit. Unterkühlte Schmachtfetzen

Thomas Behlert
Zuerst beginnt ein dunkler Baß zu grummeln, dann steigen die Bläser ein und schließlich kommt die E-Gitarre. Manchmal quietscht auch ein Tasteninstrument. Die Bläser müssen sein, damit alles schön spannend bleibt, denn Martin Böttcher macht Musik für Filme. In den 1960er und 1970er Jahren gab es kaum einen westdeutschen Film, der nicht von Böttcher lustig aufgehübscht wurde. ARD und ZDF setzten ebenfalls gern auf den Sound von Böttcher, der inzwischen 85 Jahre alt geworden ist.

Alles nahm seinen Lauf nach der Kriegsgefangenschaft. Böttcher ging nach Hamburg und begann bei verschiedenen Orchestern Gitarre zu spielen. Eigentlich war er ein Jazz-Mann, wie damals fast alle. Mit dem Tanz- und Unterhaltungsorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks spielte er in England und bekam manch feines Lob. Bereits zu dieser Zeit begann Böttcher zu arrangieren und für den Horst-Buchholz-Reißer »Die Halbstarken« (BRD 1956) den Soundtrack zu schreiben. Dafür gründete man d...

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