11.08.2012 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

»Wo Fidesz versagt, schreitet Jobbik zur Tat«

Vor knapp anderthalb Jahren belagerten rechtsradikale Milizen das ungarische Dorf Gyöngyöspata. Verbessert hat sich für die dort lebenden Roma seither nichts. Heute sitzt sogar ein Jobbik-Mann im Rathaus

Jürgen Weber
»Du mußt den Kandidaten der Fidesz wählen, wenn du einen Bürgermeister der rechtsradikalen Jobbik verhindern willst, Alternativen dazu gibt es nicht«, Judit Nagy. Sie ist Übersetzerin in Budapest und bei Amnesty International ehrenamtlich tätig. Die Fahrt geht nach Gyöngyöspata, ein Ort gut eine Autostunde nordöstlich der ungarischen Hauptstadt entfernt. Einige Meter nach dem Ortsschild findet sich eine weiße Tafel mit dem Hinweis auf Videoüberwachung, dahinter eine langgezogene Dorfstraße mit kleinen Einfamilienhäusern. Die »schwäbische Kehrwoche« scheint hier gut organisiert zu sein. In den Vorgärten blühen die gleichen Blumen in rechteckigen Beeten. Haus um Haus, bis zur »Wehrkirche der Jungfrau Maria« auf einer kleinen Anhöhe. Der Rasen dort ist kurz geschnitten. Alles ist ordentlich und sauber. Kein Mensch ist an diesem Sommernachmittag auf der Straße der 2800 Einwohner zählenden Gemeinde unterwegs. Nicht einmal sind Videokameras auszumachen.
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