10.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Rauchen für den Frieden (2)

Wiglaf Droste
»Rauchen ist tödlich«, steht auf der Zigarrenkiste. Unsere gesundheitsreligiösen Mitmenschen müssen ja auch einen Spaß haben, und der einzige Spaß, den sie kennen, ist derjenige, den sie anderen verbieten können. Deshalb freuen sie sich auch so infantil über die Krankheitsdrohungen und Todeswünsche, mit denen Raucher belegt werden, wenn sie sich etwas zu rauchen kaufen oder, besonders perfide, es verschenken oder geschenkt bekommen. Wenn die kleinsten Geister die Regeln bestimmen, verliert das demokratische Rederecht seinen Sinn.

Man muß charakterlich weit heruntergekommen sein, um Mitmenschen, die man nicht kennt und die einem nicht das Geringste zuleide getan haben, Qual und Tod an den Hals zu wünschen. Entweder meldet man sich dann zum Militär oder man wird nebenberuflich gesundheitspolizeilicher Amokist. Beides macht ziemlich einsam; außer von anderen gleichermaßen Eingeschränkten wird man von allen gemieden...

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