10.08.2012 / Feminismus / Seite 15

Wer da aber schön sein will ...

Vicki Baums Komödie »Pariser Platz 13« über Jugendwahn ist bei AvivA neu aufgelegt worden

Christiana Puschak
Der Name Vicki Baum ruft allzu rasch den Gedanken an eher seichte Unterhaltungskost hervor. Liest man die von Julia Bertschik neu herausgegebene und mit einem kundigen Nachwort versehene Komödie »Pariser Platz 13«, erstmals 1931 erschienen, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Die Musikerin und Autorin jüdischer Herkunft (1888–1960) war eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik, deren Stücke weltweit die Theaterbühnen eroberten. Ihr Roman »Menschen im Hotel« ist insbesondere durch die legendäre Hollywood-Verfilmung von 1932 mit Greta Garbo in der Hauptrolle heute noch ein Begriff.

In »Pariser Platz 13 nimmt sie das Streben nach ewiger Jugend und das Erzeugen von Modeneuheiten geistreich und scharfzüngig aufs Korn. Um dem zeitgemäßen Bild der stets attraktiven, unermüdlich beruflich engagierten und erfolgreichen Frau zu entsprechen, nehmen Baums Protagonistinnen allerlei Mühen auf sich. Gern ertragen sie die manchmal ...

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