08.08.2012 / Titel / Seite 1

Gesinnungs-TÜV im Sport

Claudia Wangerin
Das Bundesinnenministerium erwägt, ein Bekenntnis gegen »Extremismus« zur Bedingung für die Vergabe von Sportfördergeldern zu machen. Das Ressort prüfe, Spitzensportlern und ihren Verbänden in Zukunft eine »Extremismusklausel« vorzulegen, berichtete die Leipziger Volkszeitung am Dienstag unter Berufung auf das Ministerium. Zunächst hieß es, Hintergrund sei der Fall der Ruderin Nadja Drygalla, deren private Beziehung zu einem Neonazi während der olympischen Spiele der breiten Öffentlichkeit bekanntgeworden war – »ein bisher nicht vorstellbarer Extremfall«, der zum Nachdenken angeregt habe. Später sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage, die Überlegung sei nicht neu und habe nichts mit dem Fall Drygalla zu tun.

An einer »Extremismusklausel«, die sich das Familienministerium bei Vergabe von Fördergeldern unterschreiben läßt, üben potentiell betroffene antifaschistische Initiativen Kritik – zumal die Empfänger der Fördermittel be...

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