08.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Toter Hubschrauber

Moderne Pädagogik, alte Pädagogik: Eine kleine Eisenbahnstudie

Anja Röhl
Morgens im Zugabteil. Zwei Kinder, zirka sechs und vier Jahre alt, und Mutter und Vater. Ich versuche zu schreiben.

Mutter: Toni, wenn das jetzt schon anfängt, dann setz ich dich beim nächsten Bahnhof raus, dann kannst du den Rest des Weges zu Fuß gehen!

Vater: Guck mich an, wenn du mit mir sprichst!

Mutter: Hör zu, schau mich an, quatsch nicht!

Vater: Ich setz mich gleich in ’nen anderen Zug rein, du bist einfach nur ’ne Plage!

Mutter: Toni, es reicht! Leise! Die anderen Leute wollen nicht gestört werden!

Vater: Ich geh gleich zum Schaffner! Paß nur auf, der setzt euch an der nächsten Haltestelle raus!

Mutter: Halt den Sabbel!

Vater: Scheiße! Muß man alles wiederholen?! Setz dich hin, verdammt!

Mutter: Es reicht jetzt! Bist du ruhig?!

Die Stimmen der Kinder hören sich leise bittend an – fast ist es beruhigender Singsang für ihre aufgeregten Eltern. Die Kinder bewegen sich kaum, sie sitzen auf ihren Plätzen wie angenagelt. Aber...



















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