30.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Recht und Unrecht. Friedrich Wolff wird 90

Friedrich Wolff (links) gehörte zu den wichtigen Rechtsanwälten der DDR wie Wolfgang Vogel oder Friedrich Karl Kaul, deren politische Bedeutung sich direkt aus der Systemkonfrontation ableitete. Während Kaul die KPD gegen ihr Parteiverbot verteidigt hatte und später als Nebenkläger in bundesdeutschen Prozessen gegen NS-Verbrecher auftrat, arbeitete Wolff als Verteidiger in den DDR-Prozessen gegen Hans Globke und Theodor Oberländer, die allerdings abwesend waren – weil sie als exponierte Nazis nach dem Krieg ihre Karriere ungebrochen als Mitglieder der Adenauer-Regierung fortsetzen konnten.

Wolff hatte unter den Nazis als Sohn eines jüdischen Arztes nicht studieren dürfen. Ursprünglich hatte er Mediziner werden wollen, nun wurde er in der DDR Rechtsanwalt und baute in den 1950er Jahren die ostdeutschen Anwaltskollegien mit auf. In der späten DDR präsentierte er im Fernsehen die Sendereihe »Alles was Recht ist« als Nachfolger von Kaul, de...

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