23.07.2012 / Inland / Seite 5

Manipulation bei Organtransplantationen

Göttinger Universitätsmedizin bestätigt 25 Verdachtsfälle. Patientenakten in großem Umfang gefälscht

Max Eckart
Das ist erschütternd, eine Katastrophe« – der Vorstand der Göttinger Universitätsmedizin versuchte am Donnerstag erst gar nicht, die neuen Vorwürfe um Bestechung und Manipulation in der Abteilung für Organtransplantation des Krankenhauses zu bagatellisieren. Ein oder mehrere Mediziner haben in den Jahren 2010 und 2011 ganz offensichtlich in großem Umfang Akten von Patienten gefälscht, um ihnen außerhalb der Warteliste zu einer Spenderleber zu verhelfen. Im Frühsommer waren Vorwürfe gegen einen ehemaligen Oberarzt bekannt geworden, der 2008 von Regensburg an die Göttinger Universitätsklinik gewechselt war. Er soll dort 2011 einen russischen Patienten gegen eine hohe Geldzahlung bei einer Lebertransplantation bevorzugt haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen den Mediziner sowie gegen den Patienten wegen Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung. »Ja, es gibt 25 weitere Verdachtsfälle«, bestätigte nun Klinik-Vorstand Martin Siess. Diese »Auffälligkeiten« seien...

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