23.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Durch ein Loch im Boden

Berlin-Techno, die ersten Jahre: Ein Geschichtsbuch ist erschienen

Michael Saager
Es ging natürlich darum, nicht zurückzuschauen. Forward ever, backward never. Diese Haltung führte dazu, daß wir das Ding totgeritten haben. Keine Frage. Muß auch so sein. Jede Subkultur, die eine Kultur wird, hat ausgeschissen.« Harte Worte, wahre Worte. Sie kommen von Daniel Bier, der in den 90er Jahren unter dem Alias Disko im legendären Berliner Club E-Werk Resident-DJ war. Zudem arbeitete Bier als Redakteur für Jürgen Laarmanns anzeigenfinanziertes Techno-Fanzine Frontpage. Von ihren naiven, herrlich ungeordneten Underground-Anfängen aus betrachtet, war jene Techno-Zukunft, wie sie Laarmann oder dem DJ und Low-Spirit-Labelmacher Westbam als finanziell lukrative Mainstream-Pop-Bewegung vorschwebte, vielen Szeneprotagonisten ein schmerzhafter Stachel im Fleisch der frei fluktuierenden Ideen. Sascha Kösch, Mitherausgeber der Zeitschrift De:Bug, erzählt: »Die Goldgräberstimmung war 1994 vorbei, weil man wußte, was jetzt noch oben draufkommt, hat mit dem drunter nichts zu tun. Da kom...

Artikel-Länge: 7106 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe