19.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

»Das Thema H…«

Wo geschwurbelt wird, singen Schwäne

Wiglaf Droste
Wenn über jemanden zu lesen ist, er sei ein »eingefleischter Junggeselle«, ist daran nicht nur das Wort »eingefleischt« seltsam, sondern auch die Verdruckstheit des Terminus: Ein medialer »Junggeselle«, ob »eingefleischt« oder nicht, ist ein Homosexueller. Der Junggeselle Peter Altmaier hat, nachdem er Bundesumweltminister wurde, Reporter von Bild am Sonntag bei sich zu Hause empfangen und ihnen erklärt, warum er nicht verheiratet sei: »Ich bin ein sehr geselliger und kommunikativer Mensch. Doch der liebe Gott hat es so gefügt, daß ich unverheiratet und allein durchs Leben gehe. Deshalb kann in den Archiven auch nichts über eine Beziehung stehen. Ich hadere nicht mit meinem Schicksal.« Das onkelige Gerede über den »lieben Gott« und das »Schicksal« ist allein schon deswegen peinlich, weil Altmaier kurz zuvor im Bundestag gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare gestimmt hatte...

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