17.07.2012 / Inland / Seite 2

»Wir fordern eine andere Asylpolitik«

Antirassistisches Bündnis will Einwohner Rostocks mit dem Pogrom vor 20 Jahren konfrontieren

Gitta Düperthal
Claudia Münster ist Sprecherin des Bündnisses »20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus«

Nach den gewalttätigen Angriffen von Neonazis und Rostocker Bürgern auf das von Asylsuchenden bewohnte »Sonnenblumenhaus« in Rostock-Lichtenhagen vor 20 Jahren wollen Sie die Erinnerung aufrechterhalten. An der Form Ihrer Proteste gibt es jedoch Kritik: Die Bewohner des Hauses wären heute ganz andere und wollten all dies gar nicht. Was sagen Sie dazu?

Wenn die derzeitigen Bewohner des Sonnenblumenhauses keine Lust darauf haben, daß vor ihrer Haustür demonstriert wird, finden wir das zwar verständlich. Trotzdem ist es aber wichtig, an den historischen Ort des Geschehens zurückzukehren. Dahin, wo dieser Pogrom gegen die Asylsuchenden im August 1992 drei Tage lang stattfand – und weitgehend alle weggeschaut haben, einschließlich der Polizei. Erst recht können wir nicht nachvollziehen, weshalb der Landesvorsitzende der Linkspartei in Mecklenbur...

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