14.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Denjenigen, die betrachten

Diane Arbus’ Werk in einer großartigen Berliner Ausstellung

Matthias Reichelt
Auch wenn sich vereinzelt menschenleere Bilder, Landschaften und Interieurs in ihrem Werk finden, so ist Diane Arbus vor allem für ihre En-face-Menschenporträts berühmt. Die Abzüge ihrer oft mit Blitzlicht gemachten Aufnahmen zeigen illuminierte Gesichter und kontrastieren sie vor dem dunklen Hintergrund. Diese Methode erinnert an die Tatortfotografie von Artur Fellig, der als »Weegee« weltbekannt wurde. Doch Arbus interessierte sich für völlig andere Sujets. Es sind Menschen, die ihr beim Umherstreifen in den Straßen New Yorks oder im Central Park auffielen.

Stolz und voller Überzeugung blickt der junge und schick gekleidete Mann mit Strohhut, Teilnehmer einer Pro-Kriegsdemonstration in New York City 1967, in die Kamera. Seine US-Flagge und der imperative Slogan »Bomb Hanoi« am Revers seines Jacketts werden auf Arbus’ Bild zur Anklage gegen nationalistischen Kriegstaumel. Aber Arbus gelang es auch, geradezu magische und leise Momente f...

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