14.07.2012 / Thema / Seite 10

Fortschritt im Kreuzverhör

Walter Benjamins kulturkritische Historisierung der Moderne. Anläßlich seines 120. Geburtstages – Teil I: Fetisch Technik

Gerhard Wagner
Der von Gérard Raulet herausgegebene Band 10 der neuen Walter-Benjamin-Edition »Werke und Nachlaß« (Suhrkamp Verlag, Berlin 2010) macht noch einmal die Faszination deutlich, die von den Gedanken der um 1937 begonnenen Thesen »Über den Begriff der Geschichte« ausgeht. So von der Idee des Fortschritts als »Kontinuum« und »Sturm«, von der des notwendigen »Eingedenkens« in die »Tradition der Unterdrückten«, von der einer »messianischen Kraft« der Geschichte. Der materialreiche, alle überlieferten Textversionen enthaltende und ausführlich kommentierte Band weist aber auch auf den Problemkomplex hin, dem eine moderne Lektüre und Interpretation sich stellen müssen.

Denn Benjamins Thesen sind mehrdimensional. Sie sind zu lesen unter anderem als Zeugnis der Auseinandersetzung mit Arbeiterbewegung, Sozialdemokratie und Marx-Rezeption; als politische, faschismuskritische Kampfschrift; als kulturgeschichtliches Konzept mit Kritik nicht nur am ökonomistis...

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