10.07.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Annan macht weiter

Syrien: UN-Vermittler setzt nach Gespräch mit Präsident Assad Mission fort. Rußland wirft Westen Export einer »Raketen- und Bombendemokratie« vor

Karin Leukefeld, Damaskus
Haben Sie das gehört? Zum ersten Mal hat Annan von der ›bewaffneten Opposition‹ gesprochen, das habe ich vorher von ihm noch nicht gehört.« Der Beobachter des Geschehens verfolgt die Arbeit der UN-Mission in Syrien von Anfang an und wollte zunächst seinen Ohren nicht trauen. Tatsächlich war die kurze Stellungnahme des UN-Sondervermittlers für Syrien, Kofi Annan, am Montag im Foyer des Hotels »Damaskus Rose« in Damaskus nur schwer zu verstehen. Zwischen dem Klicken der Kameras, dem Klingeln verschiedener Mobiltelefone und undefinierbaren Hintergrundgeräuschen ging die leise Stimme Annans fast unter. Er komme gerade von einer »sehr offenen und konstruktiven Diskussion mit Präsident Assad«, sagte Annan. Man sei sich einig gewesen, daß die Gewalt beendet und Wege und Mittel gefunden werden müßten, um das auch zu erreichen. Annan betonte zudem die Bedeutung des politischen Dialogs, was »der Präsident akzeptiert« habe. Assad habe seinerseits versi...

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