09.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Top-Schnäppchen

Wiglaf Droste
Das Wort »Schnäppchen« klingt nach Schnappatmung, nach Schni-Schna-Schnappi, nach zuschnappenden Fallen und nach einem Schnapphahn, wie Georg Weerth ihn in seinem Roman »Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski« beschrieben hat. Trotz des Beigeschmacks beziehungsweise in diesem Fall sogar Beigeschnapps von Wühltisch, Hektik und Abgreife bekommt man allüberall »Schnäppchen« angeboten; mancher kerndeutsche Mann lobt seine kataloggekaufte Frau dafür, daß sie »ein echtes Schnäppchen« gewesen sei.

Die Steigerung des Schnäppchens ist das »Top-Schnäppchen«, also quasi das First Class- und Premium-Schnäppchen, das Schnäppchen de luxe. Im »Top-Schnäppchen« wird der preislich nicht mehr unterbietbare Massenwarencharakter des Schnäppchens mit der behaupteten exklusiven Spitzenwertigkeit des »Top« zusammengefügt. Dieser Vorgang kann nicht gelingen, das »Schnäppchen« reißt das »Top« mit in den Abgrund des Billigen und macht...

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