09.07.2012 / Inland / Seite 4

Nach »Rennsteig« kam »Zafira«

Verfassungsschutz dementiert erneut V-Männer im NSU-Umfeld. Ex-Geheimdienstchef Roewer vor Thüringer U-Ausschuß. Debatte über Zukunft der Inlandsspionage

Sebastian Carlens
Der ehemalige Thüringer Verfassungsschutzchef Helmut Roewer wird am heutigen Montag vor dem Landtags-Untersuchungsausschuß zum »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) vernommen. Es gehe in erster Linie um eine Verwicklung des Geheimdienstes in die Gründung örtlicher rechtsextremistischer Strukturen bis 1998, teilte ein Landtagssprecher in Erfurt mit. Während Roewers Amtszeit von 1994 bis zum Jahr 2000 entstand im Freistaat eine virulente und gewalttätige neofaschistische Szene. Der von Roewers Behörde als V-Mann geführte Neonazi Tino Brandt gründete – unter anderem mit Geldern des Verfassungsschutzes – den »Thüringer Heimatschutz« (THS). Die einstigen THS-Aktivisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gingen 1998 in den Untergrund und verübten unter dem Namen NSU mutmaßlich zehn Morde, etliche Banküberfälle und mehrere Bombenattentate. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) dementierte am Samstag, im Rahmen einer zweiten bekanntgewordenen Anwerbeaktion in d...

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