07.07.2012 / Ansichten / Seite 8

Terrorjournalismus

Geheimdienst bangt um Ansehen

Von Sebastians Carlens

Der Geheimdienstchef muß öffentlich aussagen, Abgeordnete besuchen den Verfassungsschutz, Ausschußobleute stöbern in Klarnamendateien: So nah wie dieser Tage ist man deutschen Inlandsspionen noch nie gekommen – und wird man vermutlich auch für lange Zeit nicht mehr. Mit dem Auftritt des einstigen Agentenführers Andreas Temme im ARD-Magazin »Panorama« am Donnerstag hat die Transparenzoffensive der Geheimen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht: Der hessische Verfassungsschützer, als »kleiner Adolf« bekannt geworden und nach dem neunten mutmaßlichen NSU-Mord im Jahr 2006 erster Verdächtiger, konnte seine Sicht der Dinge beim Kirschen pflücken im heimischen Garten darlegen. Eine Homestory im Abendprogramm.

Der Exspion als unschuldiges Opfer? Seine erwiesenen Lügen bei der polizeilichen Untersuchung des Mordes, bei dem er zugegen gewesen sein soll – in »Panorama« keine Erwähnung wert. Eine obskure Firma auf seinen Namen, von ...

Artikel-Länge: 3152 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe