07.07.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Bankster im Weinberg

Der Libor-Referenzzins ist das »Gottesteilchen« der Finanzindustrie. Enthüllungen über seine fortgesetzte Verfälschung erschüttern London und die Branche

Rainer Rupp
In London herrscht Unruhe. Den Machern und Apologeten des neben Wall Street wohl mächtigsten Finanzzentrums ist vorübergehend der Spaß an der Weltherrschaft vergangen. Wieder einmal haben sie sich beim Betrügen erwischen lassen, wie der Skandal um die Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor (London Interbank Offered Rate) beweist. Die ersten personellen Konsequenzen sind mehr als Bauernopfer: Zunächst nahm der Verwaltungsratschef von Barclays, Marcus Agius, seinen Hut. Kurze Zeit später folgte mit Vorstandsboß Robert »Bob« Diamond eine der schillerndsten Gestalten der »City«. Zuvor war das drittgrößte britische Geldhaus zu einer Strafe in Höhe von 360 Millionen Euro genötigt worden.

Allerdings ist das nur die Oberfläche, der Weinberg ist längst unterwühlt. Die Hauptakteure des gigantischen Betrugsmanövers haben sich die Bezeichnung »Bankster« (aus Banker und Gangster) für Leute ihres Schlages redlich verdient. Dabei hat es lange vorher Hinweise gegeb...

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