06.07.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Hellas ohne Chance

Troika aus EU, IWF und EZB läßt in Athen »Reformfortschritte« prüfen. Doch die Wirtschaft des Landes ist ruiniert, nicht zuletzt dank des »Spar«diktats

Tomasz Konicz
Hellas kann kaum auf Gnade der Troika hoffen. Das Dreigespann aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) scheint eher dabei, das Land mit inquisitorischem Eifer in den Kollaps zu treiben. Die Task-Force der Troika ist seit Mittwoch wieder in Athen zu Gange, um Reformfortschritte zu prüfen, wie es hieß. Sie habe »überhaupt keine Lust, zu verhandeln oder neu zu verhandeln«, kommentierte die IWF-Chefin Christine Lagarde Athens Bitte, die drakonischen Sparauflagen zumindest etwas zu lockern. Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen forderte in Redundanz weitere »Arbeitsmarktreformen«, eine schnellere Privatisierung von Staatsbesitz und eine Beschleunigung des Reformtempos. Wenn es aber darum geht, mit polarisierenden Sprüchen die Lufthoheit über deutschen Stammtischen zu erlangen, kann CSU-Politikern derzeit wohl niemand das Wasser reichen. »Griechenland kann und will es wohl nicht schaffen«, polterte der bayerische Finanzministe...

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