18.06.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Statt Arztbesuch Exekution durch den Henker

Zahl der Hinrichtungen im Irak laut Amnesty »alarmierend« hoch. Angehörige bangen um das Leben des Inhaftierten Tarik Aziz

Karin Leukefeld
Als die von den USA, Großbritannien und Australien geführten Besatzungstruppen im März 2003 den souveränen Staat Irak überfielen, hatten die Herren des »neuen Irak« einen zynischen Steckbrief im Gepäck. In Form eines Kartenspiels waren Iraker zur Fahndung ausgeschrieben, als Herz-As (Saddam Hussein) oder Pik-Acht (Tarik Aziz) wurden sie gesucht, »tot oder lebend«. Die Nummer Vier auf der Liste war Abid Hamid Hamoud, persönlicher Sekretär und Mitarbeiter des damaligen Präsidenten Saddam Hussein. Hamoud wurde im Juni 2003 festgenommen, sieben Jahre später, im Oktober 2010 wurde er – zusammen mit Tarik Aziz und dem ehemaligen Geheimdienstchef Sadoun Schakir – zum Tode verurteilt. Tarik Aziz war von 1983–1991 Außenminister, zwischen 1979 und 2003 Vizepräsident des Irak. Er hatte sich den US-Besatzungsbehörden am 24. April 2003 gestellt.

Ohne daß die irakische Regierung seine Familie oder Anwälte informiert hätte, wurde Hamid Hamoud am 7. Ju...

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