14.06.2012 / Ausland / Seite 7

Machtkämpfe im Vatikan

Hinter der Vatileaks-Affäre könnte das reaktionäre Netzwerk Opus Dei stecken

Gerhard Feldbauer
Seit einigen Wochen werden in Rom Angriffe gegen Benedikt XVI. geführt und Enthüllungen über ihn angekündigt. Der päpstliche Kammerdiener Paolo Gabriele soll geheimste Dokumente Benedikts aus dem Vatikan geschmuggelt haben, die nun als Drohkulisse gegen den Papst aufgebaut werden. Beobachter vermuteten nach der Festnahme Gabrieles Ende Mai, daß mit diesem lediglich ein Sündenbock in der als »Vatileaks« bekannten Affäre präsentiert wurde. Und tatsächlich tauchten auch nach der Verhaftung erneut geheime Dokumente bei italienischen Medien auf.

Vatikankenner in Rom vermuten, daß hinter den Attacken das Machtzentrum in der Kurie, das gefürchtete Opus Dei (Werk Gottes), steht. Der Spiegel zitiert in seiner aktuellen Ausgabe einen Würdenträger, der sagt, daß der Papst in »Rom einer anderen, von ihm nicht beherrschten Macht« gegenüberstehen würde. Das könnte eine Andeutung darauf sein, daß Opus Dei hinter der Affäre steckt.

Dabei hatte Joseph Ratzinger, bevor e...



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