14.06.2012 / Ansichten / Seite 8

Durchhalteparolen

Gauck – Feldprediger an der Heimatfront

Werner Pirker
Sein Vor-Vorgänger Horst Köhler war wenigstens so ehrlich, den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan nicht nur mit der Verteidigung des Rechts afghanischer Mädchen auf Schulbesuch, sondern auch mit deutschen Wirtschaftsinteressen zu rechtfertigen. Auf eine solch profane Argumentation läßt sich ein Joachim Gauck natürlich nicht ein. Für den sind imperialistische Weltordnungskriege eine hochmoralische Angelegenheit. Und so ließ er auch bei seinem Auftritt vor der Führungsakademie der Bundeswehr die Gelegenheit nicht aus, seine »Freiheit in Verantwortung«-Litanei herunterzubeten.

Dabei stellte der Bundespräsident klar, daß die Freiheit, die er meint, nicht mit »Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus« zu verwechseln sei. »Daß es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft nur schwer zu ertragen«, beschied Gauck seinen Landsleuten eine schlechte Kampfmoral. Blut, Schweiß und Tränen stehen seiner Vorstellun...

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