31.05.2012 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Schärfetest mit Rillen

Wahrscheinlich haben Tast- und Hörsinn eine gemeinsame genetische Basis

Frank Ufen
Von allen Sinnen des Menschen ist der Tastsinn der mit Abstand am wenigsten erforschte. »Seltsamerweise«, erklärt der Neurobiologe Gary Lewin, »sind bisher keine Gene gefunden worden, die den Tastsinn beeinflussen.« Immerhin weiß man mittlerweile, daß und warum Frauen häufig über ein differenzierteres Tastvermögen verfügen als Männer. Nach den Erkenntnissen des kanadischen Neurowissenschaftlers Daniel Goldreich (Universität von Ontario) liegt das schlicht daran, daß Frauen meistens kleinere Hände und Fingerkupppen haben als Männer – und daß es auf kleineren Fingerkuppen pro Flächeneinheit mehr Merkelzellen (Drucksensoren) gibt als auf großen. Jetzt sind Gary Lewin und der Neurogenetiker Henning Frenzel (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch) bei der Erforschung des Tastsinns erheblich vorangekommen, sie berichten darüber im Fachjournal PloS Biology. Zunächst haben die Forscher 66 eineiige und 34 zweieiige Zwillingspaare Tasttests unterzogen. Es stellte sich...

Artikel-Länge: 3586 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe