21.05.2012 / Politisches Buch / Seite 15

Liquidierungsmodell

Gerhard Feldbauers Buch über das Fast-Verschwinden der italienischen Linken

Arnold Schölzel
Vor einigen Jahren meinte der Politikexperte Georg Fülberth auf einem jW-Forum launig, Italien habe der Menschheit mindestens drei große Erfindungen geschenkt: die Oper, die Mafia und Berlusconis System – »Auflösung aller Parteien und Regieren per Fernsehen«. Dieser vorläufige Endpunkt bürgerlich-parlamentarischer Machtausübung, der mit dem von Berlin und Paris erzwungenen Abgang des rechtsextremen Ministerpräsidenten im November 2011 nicht überwunden ist, hat eine Vorgeschichte. Sie läßt sich nun in Gerhard Feldbauers Buch »Wie Italien unter die Räuber fiel. Und wie die Linke nur schwer mit ihnen fertig wurde« nachlesen.

Der Autor zeigt, die Fakten akribisch auf eine historisch-materialistische Weise zusammenfassend, wie eine in der Bevölkerung stark verankerte oder sogar deren Mehrheit repräsentierende linke Bewegung in einem westeuro­päischen Land geschwächt und praktisch liquidiert wird. Das dauert einige Jahrzehnte, es gibt ein Auf und Ab. Inn...

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