02.05.2012 / Antifa / Seite 15

Bahn unter Zugzwang

»Zug der Erinnerung« liegt still, weil die Organisatoren der Ausstellung Bahn-Rechnungen nicht bezahlen können. DB-Vorstand kündigt nach Linken-Vorstoß Spende an

Ulla Jelpke
Seit einem halben Jahr steht der »Zug der Erinnerung« still. Die Ausstellung auf Rädern, mit der an die Verantwortung der Reichsbahn bei der Deportation von Juden, Sinti und Roma sowie Zwangsarbeitern erinnert wird, hat seit 2007 über 100 Bahnhöfe angesteuert und 400000 Besucher angezogen. Aber jetzt kann der Trägerverein die Gebühren nicht mehr bezahlen, die ihm die Deutsche Bahn für die Trassennutzung berechnet. Eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hat nun allerdings die Bahn unter Druck gesetzt. Der gemeinnützige Verein war der Bahn von Anfang an ein Dorn im Auge. Immer wieder wurde dem Zug der Erinnerung (ZdE) die Benutzung von Schienenwegen verweigert, Aufenthalte auf Bahnhöfen aus angeblichen Sicherheitsgründen gestrichen. Am ärgsten wirken aber die Trassenkosten: Jeder Kilometer auf DB-Anlagen kostet Geld. Von November 2007 bis Dezember 2011 hat die DB dafür 184000 Euro kassiert. Hinzu kommen sogenannte indirekte Kosten in Höhe von 55...

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