07.04.2012 / Ansichten / Seite 8

Kriegshelden

Grass wußte, worauf er sich einließ

Werner Pirker
Die israelische Regierung hat ihre Absicht, das iranische Atomforschungsprogramm mit militärischer Gewalt zu beenden, nicht erst einmal offen kundgetan. Doch fehlt dafür die Zustimmung aus Washington, auf dessen zumindest politische Unterstützung Israel angewiesen ist. Die von Günter Grass in seinem Gedicht getroffene Feststellung, daß Israel den Iran mit Krieg bedroht, kann und will die Netanjahu-Regierung deshalb auch nicht widerlegen. Und obwohl Israels Führung in aller Öffentlichkeit den Krieg als einzige Möglichkeit zur Sicherung des Existenzrechtes ihres Staates rühmt, wird die Benennung dieser kriegerischen Absicht durch den deutschen Literaturnobelpreisträger von der prozionistischen Meinungsmaschinerie als »antisemitische Verleumdung« denunziert.

Grass hat diese Reaktion in seinem Text vorweggenommen, indem er sein langes Schweigen damit begründete, dem Verdikt Antisemitismus ausgewichen zu sein. Daß Israels Atomwaffenarsenal von der...

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