07.04.2012 / Inland / Seite 2

»Die Reaktionen sind unverschämt«

Die Kritik von Günter Grass an Israel wird von den Medien niedergebrüllt. Ein Gespräch mit Wolfgang Gehrcke

Peter Wolter
Wolfgang Gehrcke ist im Bundestag Obmann der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuß

Der Schriftsteller Günter Grass hat den Medien ein Osterei geschenkt: Nach dem Wulff-Skandal haben sie wieder ein Thema, über das sie sich kollektiv empören können. Sie sind eine der wenigen Persönlichkeiten, die sich hinter Grass gestellt haben – werden Sie auch schon angefeindet?

Eigentlich nicht, ich habe sehr viele Briefe, Mails und Anrufe bekommen, die mich in ihrer großen Mehrheit ausdrücklich und sehr sachlich unterstützen. Auch aus der israelischen Friedensbewegung haben mich Reaktionen erreicht, meine dortigen Genossinnen und Genossen sind froh, daß endlich öffentlich über den drohenden Krieg geredet wird.

Ich selbst habe sofort erklärt: »Günter Grass hat recht« – und davon nehme ich nichts zurück. Mich verblüfft bei den Medien allerdings, daß kaum jemals die Frage gestellt wird, ob Grass denn vielleicht doch richtig liegt. Das tut er...

Artikel-Länge: 4671 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe