28.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Zacken, Krönchen und Touris

Wieso Berlin immer mehr wie Salzburg wird

Gisela Sonnenburg
Durch Salzburg fließt das Flüßchen Salzach. Ein entzückendes, sogar reißend anmutendes Gewässer, das nur einen Nachteil hat: Es ist zu klein, um all den Müll und Schrott, den Salzburg produziert und herausstellt, in sich aufzunehmen. So kann man mitnichten von einer Befreiung »qua aqua« der bekanntesten Nicht-Metropole sprechen. All ihr Plunder und Glitzerkram, ihr Festpielbingbang und Kitschzeug bleiben erhalten; sie und ihre Bewohner und die zahlreichen Besucher drohen regelmäßig, daran zu ersticken.

Das Verhältnis der Besucher – etliche Millionen – zu den knapp 150000 Einwohnern ist nicht immer ganz aus Gold, wiewohl sich das alle wünschen. Die Preise sind im Wortsinne gesalzen, die Venusberge bleiben aus Gründen der Überfüllung oft unbestiegen: Der Aufstieg zum Kapuzinerberg etwa gleicht nicht selten einer Nahkontaktaufnahme mit einer Unmenge Zeitgenossen, mit denen einen außer Langeweile gar nichts verbindet.

Solche Nahkampferlebnisse h...



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