19.03.2012 / Thema / Seite 10

Daueralarm

Dokumentiert. Der Bericht eines US-Diplomaten aus dem Jahre 2005 beleuchtet Strategie und Taktik der israelischen Führung gegenüber dem Iran

Knut Mellenthin
Seit mindestens sechzehn Jahren schrillen die israelischen Alarmsirenen. 1996, zu Beginn seiner ersten Amtszeit als Premierminister, trat Benjamin Netanjahu vor den US-Kongreß und verkündete unter Jubel, der Iran stelle »die größte Bedrohung« dar, »mit der die gesamte zivilisierte Welt konfrontiert ist«. Die Zeit, wo es noch möglich sei, Teheran an der Produktion von Atomwaffen zu hindern, laufe sehr schnell ab, behauptete Netanjahu. Im selben Jahr prophezeite Ehud Barak – heute Verteidigungs-, damals Außenminister – im UN-Sicherheitsrat, daß der Iran in acht Jahren in der Lage sein werde, Atomwaffen herzustellen. Das wäre 2004 gewesen.

Tatsächlich hatte die israelische Führung schon in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begonnen, den Iran als eine Weltgefahr darzustellen, die letztlich nur mit militärischen Mitteln zu bannen sei. Seit dieser Zeit wird die internationale Öffentlichkeit von der israelischen Propaganda mit sich ständig ändernd...

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