22.02.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Gaucksche Sätze

Bewerberzitate: Für Agenda-Politik und Datenschnüffelei, gegen Wikileaks und für Thematisierung von Vertreibung der Deutschen. Eine Auswahl



Am 17. November 2011 zitierte Welt online Gauck:

Von dem Vorschlag, für die Opfer der gerade bekannt gewordenen Mordserie von Neonazis einen Staatsakt zu veranstalten, halte ich nichts«, sagte er Welt kompakt. Gauck forderte eine wehrhafte Demokratie, die sowohl vom Staat als auch den Bürgern ausgehe: »Überall im Land gibt es breite Bürgerbündnisse, wenn sich Rechtsextremisten zusammenrotten.« Diese Bürger müßten ermutigt werden.

www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article13721257/Krisengipfel-zur-braunen-Terror-Affaere.html

Am 5. Dezember 2010 berichtete der Wiener Standard über eine Diskussion im Burgtheater:

»Im Gespräch ist natürlich Wiki­leaks mit seinen umstrittenen jüngsten Enthüllungen der US-Diplomatendepeschen, aus denen Medien nun weltweit zitieren. ›Richtig und wichtig‹ findet (Hans Christian) Ströbele diese. Denn: ›Das ist Pressefreiheit, diesen Mut muß man haben.‹ Das eben empört Gauck. Er weist darauf hin, daß es sich bei den Daten um gestohlenes Material handelt. ›Das kann ich nicht akzeptieren, daß das gefeiert wird, das ist ein elementarer Verlust von Recht.‹ (…) Gauck (…) warnt aber einmal mehr davor, die Bürgerinnen und Bürger über neue Maßnahmen im Antiterrorkampf nicht genug aufzuklären: ›Sie müssen wissen, daß etwa die Speicherung von Telekommunikationsdaten nicht der Beginn eines Spitzelstaates ist.‹«

derstandard.at/1291454160226/Diskussion-im-Burgtheater-Der-Staat-darf-nicht-zum-Spitzel-werden

Die Schriftstellerin Daniela Dahn schrieb am 10. Juni 2010 unter der Überschrift »Gespalten statt versöhnt« in der Süddeutschen Zeitung:

»In seinem 1998 erschienenen Nachwort zur deutschen Ausgabe des ›Schwarzbuch des Kommunismus‹ wird das ganze Sündenregister aufgelistet: ›Unbeliebt machten sich die Kommunisten auch, als sie Stalins Territo­rialforderungen nachgaben, die Westverschiebung Polens und damit den Verlust der deutschen Ostgebiete guthießen.‹ Unerwähnt bleibt, daß auch die Westalliierten die Abtretung der Ostgebiete und die Ausweisung der Deutschen als unausweichliche Konsequenz des Krieges betrachteten. Gauck legt noch eins drauf: ›Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten.‹ Gauck distanziert sich von dieser Haltung nicht. Wegen derartig zwielichtiger Äußerungen kam Erika Steinbach nicht in den Stiftungsrat des Zentrums gegen Vertreibungen. Auf den Antrittsbesuch eines Bundespräsidenten Gauck beim polnischen Nachbarn dürfte man gespannt sein.«

www.sueddeutsche.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510

In einem Interview mit Welt online erklärte Gauck am 7. Juni 2010:

»Wir stellen uns nicht gern die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen. (…) Als Bundeskanzler Schröder einst die Frage aufwarf, wieviel Fürsorge sich das Land noch leisten kann, da ist er ein Risiko eingegangen. Und es begann eine Phase, in der Politik und Risiko zusammengingen. Solche Versuche mit Mut brauchen wir heute wieder.«

www.welt.de/politik/deutschland/article7929107/Es-bricht-nicht-gleich-alles-zusammen.html

Am 31. August 2006 sagte Gauck in einem Interview mit dem Deutschlandfunk u. a.:

»Und wenn heute nun Deutsche auch als Opfer erscheinen in diesem geplanten Zentrum gegen Vertreibung, oder wie es dann auch immer heißen mag, in dieser Ausstellung, die jetzt in Berlin zu sehen ist, oder auch in den Publikationen über die Bombenkriegsopfer, dann sehe ich das eher positiv (...)«

Am 31. August 2006 sagte Gauck in einem Interview mit dem Deutschlandfunk u. a.:

»Und wenn heute nun Deutsche auch als Opfer erscheinen in diesem geplanten Zentrum gegen Vertreibung, oder wie es dann auch immer heißen mag, in dieser Ausstellung, die jetzt in Berlin zu sehen ist, oder auch in den Publikationen über die Bombenkriegsopfer, dann sehe ich das eher positiv (...)«

In einem Interview mit Welt online erklärte Gauck am 7. Juni 2010:

»Wir stellen uns nicht gern die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen. (…) Als Bundeskanzler Schröder einst die Frage aufwarf, wieviel Fürsorge sich das Land noch leisten kann, da ist er ein Risiko eingegangen. Und es begann eine Phase, in der Politik und Risiko zusammengingen. Solche Versuche mit Mut brauchen wir heute wieder.«

www.welt.de/politik/deutschland/article7929107/Es-bricht-nicht-gleich-alles-zusammen.html

Die Schriftstellerin Daniela Dahn schrieb am 10. Juni 2010 unter der Überschrift »Gespalten statt versöhnt« in der Süddeutschen Zeitung:

»In seinem 1998 erschienenen Nachwort zur deutschen Ausgabe des ›Schwarzbuch des Kommunismus‹ wird das ganze Sündenregister aufgelistet: ›Unbeliebt machten sich die Kommunisten auch, als sie Stalins Territo­rialforderungen nachgaben, die Westverschiebung Polens und damit den Verlust der deutschen Ostgebiete guthießen.‹ Unerwähnt bleibt, daß auch die Westalliierten die Abtretung der Ostgebiete und die Ausweisung der Deutschen als unausweichliche Konsequenz des Krieges betrachteten. Gauck legt noch eins drauf: ›Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten.‹ Gauck distanziert sich von dieser Haltung nicht. Wegen derartig zwielichtiger Äußerungen kam Erika Steinbach nicht in den Stiftungsrat des Zentrums gegen Vertreibungen. Auf den Antrittsbesuch eines Bundespräsidenten Gauck beim polnischen Nachbarn dürfte man gespannt sein.«

www.sueddeutsche.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510

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