04.02.2012 / Inland / Seite 2

»Boykott hat das Ziel, Druck auszuüben«

Israel sollte gezwungen werden, nach Recht und Gesetz zu verfahren. Kritik am Programm der Linkspartei. Ein Gespräch mit Rolf Verleger

Rolf-Henning Hintze
Der Psychologieprofessor Rolf Verleger ist Mitglied der »Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost«. Er ist auch Autor des Buches »Israels Irrweg«

Sie haben kürzlich Kritik an der Feststellung im Programm der Linkspartei geübt, »Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung… für das Existenzrecht Israels«. Weshalb?

Zum einen wegen des »Existenzrechts«. Das ist eine Leerformel. Beispielsweise existierte Polen im 19. Jahrhundert und 1939 bis 1945 nicht, hätte also ein »Existenzrecht« bitter nötig gehabt. Aber: Bundeskanzler Willy Brandt bat in Warschau mit seiner wunderbaren Geste vor dem Ghetto-Denkmal um Verzeihung, erkannte die Oder-Neiße-Linie an. Das bestätigte 1990 die Kohl-Regierung ausdrücklich, und damit war’s genug: Polen wurde in seinen Grenzen anerkannt, ohne »Existenzrecht«. Wenn Israel die Freundlichkeit hä...

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