13.01.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Brasilien zerreißt sich

Staudämme, Monokulturen, Bergbau und noch weniger Waldschutz: Amazonien und die ­Cerrado-Region werden weiter kolonisiert

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Im Prinzip sind sich Umweltwissenschaftler, Klimaschützer und indigene Völker einig: Die Amazonasabholzung muß aufhören, genauso wie die der Cerrado- und Caatinga-Wälder Zentral- und Nordostbrasiliens. Dies steht jedoch im krassen Gegensatz zum »Entwicklungs-« oder besser gesagt Kolonisierungsprogramm der brasilianischen Regierung unter Dilma Rousseff und deren Vorgänger Luiz Inácio »Lula« da Silva: Das sieht mehr Straßen, Staudämme, Erdölfördertürme, einen verstärkten Erzbergbau, weitere Rodungen für Monokulturen zur Herstellung von Agrosprit und stärkere Zersiedlung vor.

Nachdem der Kampf gegen die von Lula auf den Weg gebrachten Staudammbauten Santo Antônio und Jirau am Amazonaszufluß Rio Madeira bereits verloren war, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Regenwaldschutzbewegung 2011 auf Aktivitäten gegen den Bau des gigantischen Wasserkraftprojektes Belo- Monte sowie gegen die geplante »Verwässerung« des brasilianischen Waldgesetzes (...

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