20.12.2011 / Ausland / Seite 6

Machtwechsel nach Maß?

Nordkoreas politische Führung setzt nach dem Tod von Staatschef Kim Jong-Il auf eine »großartige Nachfolge« durch seinen jüngsten Sohn Kim Jong-Un

Rainer Werning
Zeit seines Lebens war Nordkoreas 69jähriger Staatschef Kim Jong-Il Ostasiens ideeller Gesamtterrorist. Internationale Medien hatten ihn stets bevorzugt mit Etiketten wie »letzter stalinistischer Sonnenkönig«, »Irrer mit der Bombe«, »Zombie« und »psychopathischer Führer eines Gulagsystems« belegt. Und mehrfach hatten sie ihn für tot erklärt. Nun war es ausgerechnet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, die mit annähernd zweitägiger Verspätung meldete, daß der im Ausland allseits gehaßte Kim bereits am Samstag (17.12.) während einer Zugfahrt einem schweren Herzinfarkt erlag. Eine herbe Schlappe für die Phalanx selbsterklärter Nordkorea-Watchers und Geheimdienst»experten«, die offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Es bleibt ihnen nurmehr der Hinweis darauf, die nordkoreanische Bevölkerung schwelge in »staatlich gelenkter Dauer- und Trauerhysterie«.

Wer eigentlich war dieser Kim Jong-Il, dessen Tod die Medien der Volksrepublik z...

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