24.11.2011 / Inland / Seite 5

Meinungsprozesse

Kriegsgegner vor Gericht: Thies Gleiss freigesprochen, Inge Viett zu Geldstrafe verurteilt. Staatsanwaltschaft forderte für sie sogar eine Haftstrafe

Claudia Wangerin und Markus Bernhardt
Gleich zwei Kriegsgegner mußten sich am Mittwoch in Berlin wegen Meinungsäußerungen auf den Seiten und bei einer Konferenz der jungen Welt vor Gericht verantworten. Während das Berliner Landgericht Thies Gleiss, dem die Verwendung des Wortes »Mördersoldaten« vorgeworfen wurde, freisprach, verurteilte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten Inge Viett wegen »Billigung und Belohnung von Straftaten« sowie angeblicher »Störung des öffentlichen Friedens« zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 15 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte für die 67jährige sogar eine Haftstrafe von drei Monaten ohne Bewährung gefordert, weil sie es »als legitime Aktion« bezeichnet hatte, falls als »Anti­kriegsaktion Bundeswehr-Ausrüstung abgefackelt« werde, wenn Deutschland Krieg führe. Ebenso verhalte es sich auch bei »wilden Streikaktionen, Betriebs- oder Hausbesetzungen, militanten antifaschistischen Aktionen, Gegenwehr bei Polizeiattacken etc.«, hatte Viett bei der von jW veranstal...

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