12.11.2011 / Inland / Seite 4

»Das ist härter als arbeiten«

Berlin: Streiks in der Pflegebranche sind selten. Für rund 45 Beschäftigte der Firma Alpenland in Marzahn sind sie inzwischen Alltag: Sie sind seit 84 Tagen im Ausstand

Johannes Schulten
Was gibt’s heute zu essen?«, ruft jemand über den kleinen Parkplatz. »Schnitzel, morgen gibt es Suppe«, antwortet Rainer Rogge und holt eine Kiste mit Brötchen und Getränken aus dem Kofferraum eines weißen, bis zum Anschlag mit Planen, Fähnen und Kästen und vollgestopften VW-Transporters. Es ist Donnerstag, acht Uhr und verdammt kalt. Auf dem kleinen Platz gegenüber dem Gebäudekomplex des Altenheimbetreibers Alpenland im Berliner Stadtteil Hellersdorf-Marzahn herrscht Betriebsamkeit. Knapp 30 Leute, einige in gelben Gewerkschaftswesten, laden aus, hantieren mit Zeltstangen und Planen herum, begrüßen Ankommende. In einer halben Stunde müssen die beiden Zelte stehen, dann gibt es Frühstück, sagt Rogge. Der Mittvierziger arbeitet ehrenamtlich bei ver.di, seit den letzten drei Monaten ist er jeden Tag am »Streiklokal«, heute ist es der 84.

Am 18. August traten etwa 45 Beschäftigte der drei Marzahner Häuser der »Alpenland Pflegeheime Berlin GmbH« in den...

Artikel-Länge: 6390 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe