10.11.2011 / Feuilleton / Seite 12

Mit dem Trolley ans Ende

Sean Penn als ehemaliger Goth-Rock-Star auf der Jagd nach einem Nazi: »This must be the place«

Peer Schmitt
Kaum eine Einstellung kommt ohne Sean Penn aus in »­Cheyenne – This must be the place«, dem ersten englischsprachigen Film von Paolo Sorrentino, der 2008 mit dem sehr italienischen Andreotti-Film »Il Divo« recht bekannt wurde. Und Sean Penn liebt offensichtlich die schweren Verkleidungen der Exzentrizität. In »This must be the place« spielt er den Goth-Rock-Star Cheyenne, der sich seit Jahrzehnten aufs Altenteil zurückgezogen hat. Er trägt eine schwarze Zauselperücke, zentimeterdick Puder und Lippenstift (in einer Szene gibt er einer Horde mit dem Problem der idealen Lippenstiftmarke hochbeschäftigter Frauen im Fahrstuhl lakonisch Schminktips: »Es ist nicht die Mark, der Trick ist…« usw.; die Frauen bleiben verblüfft zurück). Vor allem aber bewegt er sich langsam, marionettenhaft (er leidet an Rheuma) und wispert ebenso betont langsam in einem Truman-Capote-Fistelton.

Er wispert meist wunderliche Alltagsweisheiten, die er gern mit sarkastisc...

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