05.11.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die NATO hat den Weg für die Scharia freigebombt«

Gespräch mit Radhia Nasraoui. Über den Wahlsieg der Partei Ennahda, die Aussichten für Frauen und Ursachen für die Schwäche der Linken in Tunesien

Gitta Düperthal in Tunis
Radhia Nasraoui ist Rechtsanwältin in Tunis. Sie war 2003 Mitbegründerin der tunesischen Menschenrechtsorganisation gegen die Folter »L’Association de lutte contre la torture«



Nach dem Sieg bei der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung in Tunesien am 23. Oktober hat die islamistische Ennahda-Partei mit Verhandlungen zur Bildung einer Übergangsregierung begonnen. Die Parteien Kongreß für die Republik (CPR) und Ettakatol führten bereits erste Gespräche mit den Islamisten. Die Ennahda-Partei erzielte bei den Wahlen rund 41,5 Prozent der Stimmen und kam damit auf 90 der 217 Sitze in der verfassunggebenden Versammlung. Ennahda-Vize Hamadi Jebali soll Regierungs­chef werden. Zweitstärkste Kraft wurde die CPR mit 30 Mandaten, gefolgt von der Ettakatol mit 21 Sitzen. Die Petition für Gerechtigkeit und Entwicklung kam auf 19 Sitze, sechs ihrer Kandidaten, darunter jener in der Stadt Sidi Bouzid, wurden jedoch wegen Unregelmäßigkeiten a...

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