06.08.2011 / Feuilleton / Seite 13

Die Aneignung Europas

Während die Eliten in der Euro-Krise ihre Schäfchen ins Trockene bringen, erlangen die Volksmassen allmählich eine neue Bewegungssouveränität

Hans-Jürgen Krysmanski
Ende Juli bat das rechtsliberale Onlinemagazin »The European« den Autor um einen Kommentar zur Frage: »Ist die europäische Integration zu einem Projekt der intellektuellen Elite verkommen, dem der Großteil der EU-Bürger sowie auch die Politik bestenfalls mit Gleichgültigkeit und Desinteresse begegnen?« Anfang August wollte das Magazin den fertigen Beitrag des emeritierten Professors für Soziologie dann lieber doch nicht in die Debatte aufnehmen.

Wenn wir das »Modell Europa« konkretisieren wollen, muß die integrative Rolle der »Eliten« und der »Volksmassen« genauer geklärt werden. Selbstverständlich geht von den Jüngeren, Besserverdienenden mit hoher Bildung, die sich in der sozialen Hierarchie weit oben wähnen, eine gewisse Europabegeisterung aus. Sie wird auch genährt von der Sorge, daß in einem zerfallenden Europa die technischen und kulturellen Skills, welche diese intellektuelle Elite erworben hat, nicht mehr so gefragt sein könnten. Eine...

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