05.08.2011 / Inland / Seite 8

»Den Staat nicht aus seiner Verantwortung entlassen«

Berliner Büro für medizinische Flüchtlingshilfe steht vor der Pleite. Ehrenamtliche wollen Grundsatzlösung. Ein Gespräch mit Jessica Groß

Gitta Düperthal
Jessica Groß ist Ärztin in Berlin und ehrenamtliche Mitarbeiterin im »Medibüro«, das Flüchtlingen unabhängig vom Aufenthaltsstatus anonyme und kostenlose Behandlung vermittelt

Das Medibüro, das seit 15 Jahren ehrenamtlich medizinische Behandlung für Flüchtlinge gewährleistet, steht vor der Pleite. Sind die Spenden eingebrochen oder die Behandluungskosten gestiegen?

Unsere Spendeneinnahmen haben schon seit unserer Gründung 1996 für die Ausgaben der Behandlung der Flüchtlinge nur knapp gereicht. Im vergangenen Jahr haben wir teure Operationen nur übernehmen können, weil wir einige große Spendeneingänge hatten. In diesem Halbjahr haben wir weniger eingenommen, deshalb sind wir pleite. Wir kooperieren mit rund 50 Arztpraxen, die ihre Arbeitskraft umsonst zur Verfügung stellen und etwa 1000 Flüchtlinge pro Jahr in ihrer Sprechstunde mitversorgen. Darüber hinaus muß aber die Kostenübernahme für Medikamente, Laboruntersuchungen, Operationen und Krankenhaus...

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