07.06.2011 / Inland / Seite 4

»Strahlenproletariat« in deutschen AKW

Betreiber stellen für Reparaturen und gefährliche Arbeiten Tausende Leiharbeiter ein

Reimar Paul
In seinem Buch »Ganz unten« berichtete der Schriftsteller Günter Wallraff schon 1985, daß die Atomkraftwerksbetreiber für Reparaturen an den Meilern gerne auf Leiharbeiter zurückgreifen. »Für die relativ gefährlichen Arbeiten heuern sie über Subunternehmer immer wieder kurzfristig neue Leute an, die dann oft in wenigen Stunden oder Tagen, manchmal sogar nur Sekunden die Jahreshöchstdosis an Strahlen … weghaben«, so Wallraff. »Ausländer, Türken vor allem, werden bevorzugt eingestellt. Ich nehme an, weil sie so mobil sind.«

Allzu viel geändert hat sich seither offenbar nicht. Wie die Süddeutsche Zeitung am Montag meldete, erledigen immer nochTausende Leiharbeiter viele Aufgaben vor allem bei der jährlichen Wartung der AKW. Das Blatt berief sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken.

Die Zahl der Leiharbeiter in Atomkraftwerken ergibt sich aus der Anzahl der sogenannten Strahlenpässe. In Deutschland...

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